Paul Wellauer unterliegt Christina Aus der Au
Bewegender Moment mit Umarmung: Christina Aus der Au wurde als neue Kirchenratspräsidentin gewählt, und Paul Wellauer versprach ihr konstruktive Zusammenarbeit.

Paul Wellauer unterliegt Christina Aus der Au

Paul Wellauer ist in der Wahl um das Kirchenratspräsidium der Evangelischen Landeskirche Thurgau seiner Mitbewerberin Christina Aus der Au knapp unterlegen. Die Synode, das kantonale Kirchenparlament, wählte die Theologin und Hochschuldozentin am Montagvormittag, 5. Juli 2021, in der Rüegerholzhalle Frauenfeld mit 67 von 113 Stimmen. Paul Wellauer erzielte 46 Stimmen.

Der Bischofszeller Gemeindepfarrer Paul Wellauer zeigte sich in einer ersten Stellungnahme enttäuscht und gratulierte Christina Aus der Au zu ihrer Wahl. Er sei sich immer bewusst gewesen, dass die Stimmen hart umkämpft seien. Ebenso bedankte er sich bei den Synodalen, die ihm die Stimme gegeben hatten, für das Vertrauen. Das Wahlergebnis verpflichte die neue Kirchenratspräsidentin, auf die vielen Stimmen der unterlegenen Partei in der Synode zu hören: «Das Wahlergebnis ist Auftrag und Verpflichtung zugleich – nicht nur für die neue Präsidentin, sondern für den Gesamtkirchenrat.»

Das Wahlergebnis bewirkt eine aussergewöhnliche Situation: Die Synode hat es letztes Jahr ermöglicht, den Kirchenrat zu vergrössern und gegebenenfalls die Stellenprozente im Kirchenrat anders zu verteilen beziehungsweise für das Präsidium anzupassen. Weil Christina Aus der Au keine ordinierte Pfarrerin ist, muss die Synode nun im Herbst aufgrund der kirchlichen Gesetzgebung ein zusätzliches Mitglied in den Kirchenrat wählen, das als Pfarrperson oder Diakonin beziehungsweise Diakon ordiniert sein muss. Wellauer liess es noch offen, ob er für diese Funktion zur Verfügung steht, liess aber durchblicken, dass dies durchaus eine Option sein könne.

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